Server-Control-Panel

03 — Funktionsumfang

Scope-Entscheidung zuerst

“Control Panel” bedeutet je nach Publikum zwei sehr verschiedene Produkte:

  A: Server-Administration B: Hosting-Panel
Zielgruppe Entwickler, Selfhoster, kleine Teams Webhoster, Agenturen, Endkunden
Umfang Dienste, Pakete, Firewall, Nutzer, Logs zusätzlich vHosts, PHP-FPM, MySQL, Mail, DNS, Kundenverwaltung
Wettbewerb Cockpit, Webmin Plesk, cPanel, CloudPanel, HestiaCP, CyberPanel
Aufwand MVP ~4–8 Wochen ~6–12 Monate
Risiko überschaubar Mail und DNS sind je ein eigenes Produkt

Empfehlung: mit A starten, Modul-Schnittstelle von Anfang an vorsehen und Hosting-Funktionen (B) später als optionale Module nachziehen. Der Anspruch “schlank und ressourcenschonend” ist mit B im Kern nicht vereinbar — und der Mailserver-Teil von B ist erfahrungsgemäß die Quelle von 80 % des Supportaufwands.

Die folgenden Stufen gehen von dieser Empfehlung aus.


v0.1 — MVP (“das Panel ersetzt meine häufigsten SSH-Handgriffe”)

Alles, was hier steht, ist bewusst nur das, was ein Admin auf einem frischen VPS in der ersten Stunde tut.

Setup & Auth

Dashboard

Dienste (systemd)

Pakete & Updates (apt)

Firewall

Benutzer & SSH

Logs

Betrieb des Panels selbst


v0.2 — Alltagstauglichkeit


v0.3 — Module

Ab hier gilt: Kern bleibt klein, Funktionen kommen als abschaltbare Module.


Bewusste Nicht-Ziele

Diese Liste ist genauso wichtig wie die Feature-Liste:

Abgrenzung zum Wettbewerb

Produkt Positionierung Lücke, die wir füllen
Cockpit Solide, aber Red-Hat-zentriert, Python/JS-Stack, träges UI auf kleinen VPS Schlanker, ein Binary, Debian/Ubuntu-first
Webmin Riesiger Funktionsumfang, Perl, gealtertes UI Fokussiert, modern, sicherer Default
CloudPanel / HestiaCP Hosting-Fokus, schreibt Systemkonfiguration weitreichend um Nicht-besitzergreifend, Server bleibt “normal”
Portainer Nur Container Der Server selbst, Container optional